Tischtennis

Die Veteranen des MTV Müden, im Oktober 2006, in der Turnhalle am Wiesenweg


Von links: Eberhard Sax, Frithjof (Mekki) Müller, Karl Baumann, Helmut Dehning, Peter Schweden, Dieter Petzold, Oswald Eilmes, (es fehlt Jürgen Walther)

 

Die Geschichte in Kurzform

 

Helmut Dehning, ein immer noch aktives Mitglied unserer Gruppe erinnert sich:
Im Winter 1946 wurde ein erster Anfang gewagt. Wir waren zuerst nur 3 Jugendliche die unbedingt Tischtennis spielen wollten und zwar Günter Oehm, Ernst August Stelter und Helmut Dehning. Der Krieg war gerade zu Ende und die Not war groß.
Eine Tischtennisplatte schien für uns ein unerschwinglicher Luxus zu sein, daher bekam Georg Klapeteck, er war Geselle in der Tischlerei Schulz – er hatte auch Ahnung von Tischtennis -  den Auftrag von uns, eine Platte aus Sperrholz zu zimmern. Was war das für eine Freude, als das gute Stück schließlich fertig war. Nun galt es, eine passende Räumlichkeit zu finden.
Zuerst spielten wir in Wessels Baracke, der Gasthof war durch den Krieg immer noch zerstört. Als Wessels Gasthof wieder aufgebaut war, konnten wir in dem großen Saal spielen.
Nun war es uns ein Bedürfnis, unser Können unter Beweis zu stellen und forderten Hermannsburg heraus. Aber wie dorthin kommen? Verkehrsmöglichkeiten gab es nicht und Müden war mit Baven nur durch eine Holper-Kopfsteinstrasse verbunden. In Müden lebte um diese Zeit ein Einwohner mit Namen Ohlhoff, der war 1936 angeblich Teilnehmer an der Olympiade in Berlin gewesen. Dieser Mann besaß ein Motorrad, allerdings ohne Licht. Für eine Dose Hausmacherwurst war Ohlhoff bereit, sein Motorrad an uns auszuleihen. Günter Oehm und E. A. Stelter konnten bereits Motorrad fahren, während Helmut Dehning mit seinem Fahrrad nach Hermannsburg strampelte. Gespielt wurde in einer Baracke an der Straße Richtung Unterlüß. Nach Ende der Spiele war es meistens bereits dunkel und da das Motorrad keine Beleuchtung besaß, war man auf das Fahrradlicht von Helmut Dehning angewiesen. Nun bildete man eine zirkusreife Formation. Günter Oehm fuhr das Motorrad, E.A. Stelter saß auf dem Sozius während Helmuth Dehning sich parallel zum Motorrad zu postieren hatte. Oehm gab Gas, Stelter steckte seinen Arm aus und zog oder schob den Fahrradfahrer mit sich. Vorne leuchtete das Dynamolicht, und Helmut freute sich, dass er nicht zu treten brauchte.
Um 1947 wechselten wir in den Gasthof zum Bauernwald, unsere Gruppe war inzwischen auf sechs Mann angewachsen. Der Gasthof war mit Flüchtlingen belegt, die rechts und links unserer Spielfläche untergebracht waren. Dauerte abends unser Spiel zu lange, gingen bald die Türen auf und es hagelte Beschwerden, der ewige Ping-Pong-Ton würde den Bewohnern den Schlaf rauben. Daher zogen wir ins Hotel zur Post und spielten im dortigen Saal, neben uns, ohne irgendwelche Trennwände, waren die Kegler aktiv.

Um 1949 entschloss sich der MTV, eine Turnhalle zu bauen. Helmut Dehning war als Maurer seinerzeit beim Aufbau mit dabei und er berichtet: Paul Dittmer hat die Steine gebacken. Etliche Maurer, 8 Putzer und 15 Zimmermannsleute haben die Halle in Eigenleistung, ohne jegliche Bezahlung, aufgebaut. Heinrich Cassier, Vorsitzender des Vereins, hatte für das nötige Bauholz zu sorgen. Die in der näheren und weiteren Umgebung ansässigen Bauern wurden um Spenden in Form von entsprechenden Baumstämmen gebeten, die dann selbst gefällt wurden. Dabei kam es vor, dass ein Großbauer nur faule und wurmstichige Bäume anzeichnete, gefällt wurden aber von den pfiffigen MTV-lern, die guten Stämme nebenan. Gesägt wurden die Hölzer dann bei Heinrich Eggers. Als die Turnhalle endlich fertig war, am 13. November 1952, spielte die Tischtennismannschaft in der großen Halle, später oben, im heutigen Freizeitraum.

Im Jahre 1965 wurde Harm Hubert Spartenleiter und bald begannen die ersten Punktspiele und zwar am 1. August 1967 in der 3. Kreisklasse, aber bald erreichten wir die 1. Kreisklasse. Aktive Spieler für den Leistungssport waren in der Regel aber  nur 4 Mann. Interessierte Jugendliche wurden stark gefördert und bald war die Jugendgruppe um die 30 Jungen und Mädchen im Alter von 10-14 Jahren stark. Diese Gruppe zerfiel aber bald wieder, da durch Berufsausbildung oder Studium schon seinerzeit eine hohe Fluktuation vorhanden war. Von 1971-1974 gab es sogar eine Damenmannschaft, die aber nur Freundschaftsspiele ausführte. Von 1980 - 1990 wurde regelmäßig ein Weihnachtspokal ausgespielt, der letzte Gewinner war Peter Adam. Im Jahre 1991 stellte Harm Hubert seine Tätigkeit als Spartenleiter Tischtennis ein und das bedeutete das Ende der Punktspiele auf Kreisebene.  Jürgen Walter übernahm als neuer Spartenleiter diesen Posten und führt ihn bis heute. Leider ist er durch Krankheit sehr daran gehindert dauerhaft aktiv dabei zu sein. Zum heutigen Zeitpunkt trifft sich eine Truppe tischtennisbegeisterter alter „Knaben“ regelmäßig jeden Mittwoch vormittags in der Turnhalle zum Freizeitsport, um alte Fähigkeiten nicht ganz verloren gehen zu lassen. In kameradschaftlicher, froher Runde halten wir uns körperlich fit und wenn einer gewinnt, freut er sich zwar, aber auch der Verlierer wird toleriert und als Partner geschätzt. Dabei sein, so heißt unsere Devise, ist alles! Wer Lust hat mitzumachen ist herzlich willkommen.

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