„Helden aus der Heide“ siegen souverän

MTV Müden Athleten meistern vielfältige Herausforderungen

 

Als wären Langstreckenstadtläufe in fantastischen Zeiten nicht schon aufregend und anstrengend genug, so wollten einige Müdener Sportlerinnen und Sportler am ersten Septembersonntag „noch einen drauf legen“. Freiwillig, mutig und entschlossen schwärmten sie in alle Himmelsrichtungen und testeten ihre Grenzen etwa beim Blankeneser Heldenlauf, Berliner 100km Megamarsch, Brunsberghalbmarathon oder der Celler Urban Challenge.

 

„Ich fahre nach Hamburg um zu gewinnen“, sagte Stephan Vollbrecht selbstbewußt und freute sich auf seine Mixed Staffel beim diesjährigen Heldenlauf. Die FANATIC Halbmarathonstrecke in Blankenese gehört mit den 58 verschiedenen Treppen, den serpentinenartigen Wegen und den 290 Höhenmetern zu den anspruchsvollsten Laufstrecken in Norddeutschland und ist nur für Fortgeschrittene Läufer geeignet, da intensiv und in hohen Herzfrequenzbereichen trainiert wird. Auch Rene Ewert reizte die Herausforderung. Er ging als Einzelläufer an den Start während Vollbrecht sich die Streckenabschnitte mit seiner Nichte Miriam Garmatter und seinem Neffen Tobias Garmatter die beide aus einer sportbegeisterten Familie stammen teilte.

 

Die drei Staffelläufer mit dem Teamnamen „Helden aus der Heide“, zogen jeweils ihr gleichmäßig hohes Tempo von Beginn an durch, ließen sich von keiner Schikane beirren, geschweige denn ihren Siegeswillen brechen und erreichten tatsächlich Platz 1 in einer grandiosen Zeit von 1:30:42 Stunden. Damit waren sie sogar 2 min schneller als die erste Männerstaffel. Auch Ewert, der ein großes Kämpferherz hat, zog voll durch und erreichte das Ziel nach 1:35:38 Stunden. Ein Riesenerfolg ! Ganz bescheiden sagte er im Ziel: „Sehr schöner und anstrengender Lauf“.

 

„Warum immer laufen, wenn man auch marschieren kann“, meinten Peggy Götting, Karin Kaiser sowie Tanja und Heiner Groß. Keine geringere als unsere Hauptstadt hatten sie sich für ihren 100 km Megamarsch ausgesucht. Ein einzigartiges Bild der Stadt sollte sich ihnen auftun und so starteten die vier, mit zwei weiteren Freunden, am späten Nachmittag zu ihrem ehrgeizigen 24 Stunden Abenteuer. Der Tag war heiß, um die 30 ° C und auch zum Abend und in der Nacht gab es kaum Abkühlung. Alle 20 km standen große Verpflegungsstationen zur Verfügung. Zunächst unterhielten sie sich auf der Strecke ganz entspannt, die Stirnlampen leuchteten ihnen während der Nacht den Weg. Sie marschierten von einem km Schild zum nächsten. Nach und nach kamen die ersten Schmerzen, Oberschenkel, Waden, Rücken und später fiese Blasen an den Füßen. Die Müdigkeit kam, das Tempo wurde langsamer und die Gedanken einfach aufzuhören quälten sie immer häufiger. Wegen starker Fußschmerzen musste Tanja Groß nach 82 km leider aussteigen. Die anderen gingen langsam weiter und erreichten mit ihrem starken Willen und zerschundenen Füßen das Ziel nach unfassbaren 100 km Streckenlänge. „Wir wollten es mal versuchen und mussten feststellen, dass laufen einfacher ist“, sagten die vier erfolgreichen Langstreckenläufer nach ihrem Marsch zu den Vereinskollegen an der Örtze.

 

Auch Jessica Dammann, Müdens bekannte Titelträgerin im Sommerbiathlon, testete ihre Fitness auf ganz ungewohnte Weise noch kurz vor den Deutschen Meisterschaften. Die Celler Urban Challenge, ein Hindernisrennen durch die Stadt, auf einer Strecke von 10 km mit 13 Hindernissen, fordert Kraft und Klettervermögen. Die Hindernisse tragen Namen wie Eat Sand, Monkey Business und Traffic Jam und beinhalten unter anderem auch die 110 Stufen des Neuen Rathauses. Das schreckte Dammann nicht ab, ihr bestes zu geben. Mit einem strahlenden Lachen wurde sie Gesamtzweite der Challengeeinzelwertung in 0:49:07 Stunden. Mit ihrem 4er Team „Paul“ landete sie in der Teamwertung sogar auf Platz 1 mit einer Zeit von 3:35:39 Stunden.

 

Einzig Marina Gruel-Dovner blieb an diesem Wochenende ihrer Lieblingsdisziplin dem Halbmarathon treu. Beim Brunsberglauf in Holm-Seppensen startete sie in gewohnt souveräner Manier bei für sie angenehmen Temperaturen. Allerdings wartete auch diese Strecke mit kleinen Überraschungen auf. Ein plötzlich sandiger Untergrund und immer wieder kräftezehrende Anstiege ließen die sympathische Läuferin das ein oder andere mal hadern und forderten ihre ganze Willenskraft und Durchhaltevermögen. Am Ende wurde sie zufrieden und glücklich nach 2:15:04 Stunden mit dem 3.Platz ihrer Altersklasse belohnt. Trotz aller Anstrengung konnte sie sich unterwegs an der wunderschön blühenden Heide und der malerischen Landschaft erfreuen, gab sie später in ihrem Trainingsteam an.

 

Voller Respekt und Anerkennung lässt sich nach all den herausragenden Leistungen feststellen, die Müdener Sportler sind eindeutig „Helden aus der Heide“.

 

Text: Rita Euhus

 

Fotos: Privat

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