MTV Müden/Ö.
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Leidenschaft Laufsport 

MTV Müden Damen auf den Spuren der Geschichte des Marathons

Athenmarathon

 

Jeder kennt sie - die griechische Legende des Boten, der in voller Kampfausrüstung rannte ohne anzuhalten und nahezu jeder Laufsportler hat ihn – den Traum, die geschichtsträchtige 42,195 km Strecke von Marathon nach Athen zu bewältigen.

So auch Jenny Lemke, Tanja Groß, Peggy Götting und Karin Kaiser vom MTV Müden/Ö. Bereits vor 2 Jahren sollte es gemeinsam auf die weite Reise zur Wiege der Königsdisziplin der Olympischen Spiele gehen. Diesen Ort, der wie kein anderer im Sport, Werte wie Fairplay, Freundschaft und Frieden repräsentiert. Doch mitten in der heißen Trainingsphase wird die Großveranstaltung wegen Corona abgesagt und verschoben. Erst jetzt, Mitte November 2021, konnte der eng mit der antiken Historie Griechenlands verknüpfte Langstreckenlauf stattfinden. Seinen Ursprung hat der Lauf in der Schlacht von Marathon 490 vor Christus. Um den Sieg der Griechen über die Perser zu vermelden wurde ein Bote in das knapp 40 km entfernte Athen geschickt. Nachdem er die Siegesnachricht überbracht hatte, brach er tot zusammen. In Erinnerung an diese Begebenheit wurde bei den Olympischen Spielen im April 1896 in Athen der erste Marathonlauf durchgeführt.

Seit 1983 starten die Athens Classic jährlich auf der Originalstrecke.

Die vier laufbegeisterten Damen aus Müden bereiteten sich gründlich mit einem abwechslungsreichen Training und mehreren Wettkämpfen u.a. in Hamburg, Berlin und Schwerin auf die außerordentlich schwere Strecke von Marathon nach Athen vor. Der Reiseveranstalter hatte die Unterbringung in Athen bestens organisiert und so brach die Reisegruppe am Veranstaltungstag morgens um 5.30 Uhr auf, zur Fahrt nach Marathon. Das Wetter war mit angenehmen 17° C und leichter Bewölkung optimal.

Pünktlich um 9 Uhr fiel der Startschuss. Die ersten etwa zwölf Kilometer des Kurses sind flach und führen unter anderem um die Gedenkstätte der Schlacht von Marathon herum. Anschließend geht es zunächst allmählich und ab Kilometer 20 deutlich bergauf. Für die Läuferinnen bedeutete es, die Kräfte gut einteilen, das Tempo nicht zu hoch ansetzen, auch wenn das herzliche Publikum immer wieder kräftig anfeuerte.

Die Streckenversorgung mit Getränken und Obst war sehr gut organisiert.

Zwischendurch wurden traditionell Olivenzweige als Glücksbringer an die Sportler verteilt und auch die griechischen Kinder liefen immer wieder lachend und klatschend ein kleines Stück nebenher.

Rund zehn Kilometer vor dem Ziel ist der höchste Punkt der Anhöhe zwischen Marathon und Athen erreicht. Von gut 200 Metern Höhe geht es dann mehr als 100 Meter bergab bis ins Ziel im Panathinaikon Stadion. Der Zieleinlauf bei griechischer Musik und jubelnden Zuschauern wird den Müdenern für immer als magischer Moment in Erinnerung bleiben. Die langgezogene Marmor-Arena, deren Laufbahn nicht wie üblich 400 sondern 333,33 Meter misst und bereits bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen Zielpunkt war, verströmt eine ganz besondere Atmosphäre. Die vier Läuferinnen genießen die Herzlichkeit der Gastgeber trotz der bewältigten Strapazen, entspannt und überglücklich noch eine ganze Weile auf den Rängen des Stadions, bevor es zurück ins Hotel geht und der Tag auf der Dachterrasse mit Panoramablick über Athen ausklingt. Alle sind sich einig, die Athener lieben ihren Marathon. Es war eine sehr gelungene sportliche Reise mit Historie zum Anfassen.

 

Text: Rita Euhus

Foto: Peggy Götting

 

Die Rechnung geht auf

Titeljäger Hartmut Klages wird zweifacher Landesmeister im Crosslauf

Hartmut Klages Landesmeister Crosslauf

 

„Wow, der hat mit 59 noch was drauf“, freut sich der ehemalige MTV Müden Coach Andreas Ull nicht zu Unrecht für und über seinen Vereinskollegen Hartmut Klages. Ein halbes Leben lang trainierten die beiden gemeinsam für die unterschiedlichsten Disziplinen des Laufsports. Die Begeisterung und der Kontakt gingen nie verloren und so feilten sie auch in den letzten Wochen und Monaten zusammen an der Trainingsplanung für die große „Herbstchallenge“. Klages wollte vor dem Wechsel in die nächste Altersklasse noch einmal alles geben und die Herausforderung bei mehreren hochkarätigen Wettkämpfen suchen. Die Rechnung der beiden ging komplett auf. Im August errang er den Bezirksmeistertitel über 5000m Bahn und wurde Vizebezirksmeister über die 3000m Distanz. Im September folgte der Bezirksmeistertitel über 10000m Bahn. Der Oktober stand ganz im Zeichen der Deutschen Meisterschaften über die 21km Halbmarathondistanz und zuletzt über 10km Straße in Uelzen. Hier konnte er jeweils mit einem passablen 10. Platz glänzen.

Den krönenden Abschluss, das „Challengefinale“, bildeten am vergangenen Wochenende die Landesmeisterschaften der Crossläufer im 50 km entfernten Rosche.

 

Der Müdener Sportler hatte sich am heimischen Wietzer Berg, rund um Löns – und Lindestein, akribisch vorbereitet. Mit großer körperlicher Fitness und starkem Siegeswillen stand er bei idealem „Crosswetter“ an der Startlinie. Zuerst die Mittelstrecke über drei Runden auf einer 1,2km langen und perfekt präparierten leicht hügeligen Strecke. Gleich mit hohem Tempo einsteigen, Rhythmus finden, Tempo halten und Endspurt durchziehen. Er kommt überglücklich als Erster seiner Altersklasse ins Ziel und freut sich riesig über den errungenen Landesmeistertitel auf der Mittelstrecke. Jetzt heißt es locker bleiben, Muskeln warmhalten und nicht die Nerven verlieren.

Nach knapp zweistündiger Pause folgt der Lauf über die Langstrecke. Der erste Lauf hat bereits viel Kraft gekostet. Die nun folgenden 5 Runden in einem starken Läuferfeld werden alles von ihm fordern. Wieder startet er mit hohem Tempo.  Das Läuferfeld zieht sich auseinander. Er befindet sich über mehrere Runden an vierter Stelle, verliert etwas an Boden und läuft schließlich als fünfter ins Ziel. Nach der Auswertung steht fest, er ist Sieger seiner Altersklasse M55 und erhält damit den zweiten Landesmeistertitel an diesem unvergesslichen Tag.

Freudestrahlend nimmt er die zahlreichen Glückwünsche entgegen und tritt zufrieden die Heimreise an. „Die Trainingsplanung der letzten Wochen ist voll aufgegangen, kommentiert Andreas Ull anschließend erfreut und fügt augenzwinkernd hinzu, in der M60 reißt er alles um“. 

 

 

Text: Rita Euhus

Foto: Extern

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